Wasser ist zum Trinken da...

Trinken ist für den Menschen lebensnotwendig. Wobei vor allem Wasser und weniger alkoholische Getränke gemeint sind. Viele trinken zu wenig, weil sie nicht daran denken, sie keinen Durst haben oder, wie bei vielen älteren Menschen, das Durstgefühl nachlässt. Es lohnt sich daher schon kleine Kinder daran zu gewöhnen, regelmäßig zu den Mahlzeiten und auch zwischendurch zu trinken, denn Trinken ist Gewohnheitssache. Achten Sie auf Ihre Flüssigkeitsaufnahme über den Tag?

Wie viel Wasser braucht der Mensch?

Ununterbrochen fließt Wasser durch unseren Körper, meist in Form von Blut. In den Nieren, unseren Kläranlagen, werden Abfälle herausgefiltert und mit viel Wasser im Harn ausgeschieden. Auch beim Schwitzen, Atmen und über den Darm geht Wasser verloren. Rund zwei bis drei Liter täglich verliert ein erwachsener Mensch. Bei Hitze, trockener kalter Luft, körperliche Betätigung, reichlichem Kochsalzverzehr, hoher Eiweißzufuhr und Erkrankungen wie Fieber, Erbrechen, Durchfall kann der Verlust auf das Doppelte und mehr steigen. Diese Menge muss täglich über feste Nahrung und Getränke wieder aufgenommen werden. Etwa die Hälfte der Wassermenge wird über Getränke aufgenommen, die andere Hälfte stammt aus fester Nahrung bzw. entsteht im Stoffwechsel des Körpers.

Ständig hat der Körper einen Flüssigkeitsbedarf. Der menschliche Körper besteht zu 50 bis 80 Prozent aus Wasser - je jünger desto höher ist der prozentuale Wasseranteil: 1400 Liter Wasser durchströmen in 24 Stunden das Gehirn; bei den Nieren sind es sogar 2000 Liter im gleichen Zeitraum. Die wasserreichsten Organe - Blut, Gehirn, Leber und Muskulatur - reagieren auf Wasserverluste besonders empfindlich. Der Organismus scheidet zwar "nur" 2,5 Liter im Laufe eines Tages aus - diese Menge muss jedoch ersetzt werden, denn der Körper kann auf keine eigenen Wasserreserven zurückgreifen. Der menschliche Körper kann nur wenige Tage ohne Flüssigkeit überleben. Wassermangel führt sehr schnell zu schwerwiegenden Schäden. Ein Flüssigkeitsverlust von ca. 3 % verringert bereits den Speichelfluss und die Harnproduktion. Ab 5 % Verlust treten Herzrhythmusstörungen auf, die Körpertemperatur ist erhöht und die Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt. Durch Flüssigkeitsverluste kann die Blutmenge um 25-40%, in Extremfällen bis zu 60% vermindert werden. Das nunmehr dicke und zähflüssige Blut kann vom Herzen nicht mehr schnell genug durch die lebenswichtigen Organe gepumpt werden. Nur noch ein Viertel der normalen Blutmenge wird pro Minute durch das Herz gepumpt. Dadurch werden erhebliche Mengen an Kohlendioxid freigesetzt, das mit verstärkter Atmung ausgeatmet werden muss. Bei Flüssigkeitsverlusten zwischen 15 und 20% des Körpergewichts ist der Kreislauf nicht mehr in der Lage, den Herzmuskel ausreichend zu versorgen. Es kommt zum Kreislaufversagen.

Wasseraufnahme über Nahrung
Nahrungsmittel Frauen Männer
Essen 1,16 Liter 1,34 Liter
Alkohol. Getränke

0,37 Liter 1,04 Liter
Getränke 0,25 Liter 0,46 Liter
Kaffee/Tee 0,39 Liter 0,45 Liter
Gesamt 2,17 Liter 3,29 Liter

Tabelle: Durchschnittliche Wasseraufnahme pro Person und Tag in Deutschland, Quelle: Unterricht Biologie, 1990, Heft 155

Dieselbe Menge Wasser, die der Mensch täglich aufnimmt, gibt er auch wieder ab. Bei einer täglichen Zufuhr von 2,5 Liter Wasser werden 1,5 Liter über den Urin, 0,1 Liter mit dem Stuhl und 0,9 Liter mit der Atmung und über das Schwitzen abgeschieden. Beim Schwitzen können bis zu 1,5 Liter Wasser pro Stunde verloren werden. Über den Abbau von Nahrung und körpereigenen Fetten, Kohlenhydraten oder Proteinen entstehen 0,3 Liter Wasser. In Lebensmitteln sind weitere 0,7 Liter Wasser enthalten. Daraus folgt, dass Sie (je nach Alter) mindestens 1 bis 2 Liter Flüssigkeit in Form von Wasser oder anderen geeigneten Getränken zu sich nehmen sollten.

Je nach Alter benötigen Sie unterschiedliche Mengen Wasser. Kleine Kinder brauchen pro Kilogramm Körpergewicht mehr Wasser als Erwachsene:

Was wir täglich trinken sollen
(abhängig von Alter und Lebenssituation)
Alter (Jahre) ml Getränk pro Tag
1 600
2 - 3 700
4 - 6 800
7 - 9 900
10 - 12 1000
13 - 14 1200 - 1300
15 - 18 1400 - 1500
18 1100 - 1300
über 65 1000
Schwangere 1400
Stillende 2000

Quelle: Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund, 2001

Jederzeit kann auch mehr getrunken werden, vorausgesetzt es sind die richtigen Getränke.

Wasser ist alles

Ohne Wasser ist auf der Erde kein leben möglich. Die ganze Erdkugel ist von ihm durchdrungen. Vielfältig ist die Art seines Vorkommens.

Allein aufgrund dieser Fakten kann man schon erkennen, welche wichtige Rolle das Wasser in unserem Leben spielt. Es ist nach Sauerstoff die Substanz, die wir am meisten brauchen und der wir am wenigsten misstrauen.

Was gibt es denn so zu trinken?

Trinkwasser wird in Saarbrücken durchweg aus Grundwasser gewonnen. Nach DIN 2000 muss Trinkwasser folgende Grundanforderungen erfüllen:

Trinkwasser ist das am besten und am meisten kontrollierteste Lebensmittel. Die Schadstoff-Grenzwerte sind deutlich schärfer als bei anderen Lebensmitteln. Trinkwasser darf bzw. muss unter bestimmten Umständen nachgechlort, entsäuert, gefiltert oder anders behandelt werden, bevor es, unter ständiger Kontrolle bezüglich der Einhaltung der Grenzwerte durch die Gesundheitsämter, aus dem Wasserhahn laufen darf. Trinkwasser ist also ein hergestelltes Lebensmittel. Es ist auch Grundlage und Bestandteil vieler anderer Lebensmittel. Trinkwasser ist, wie der Name schon sagt, zum Trinken da. Es braucht dafür nicht zusätzlich im Haushalt nachbehandelt oder aufbereitet zu werden.

Das kühle Nass aus dem Wasserhahn liegt durchaus im Trend. Mit etwa 0,07 Cent pro Liter ist es unschlagbar preiswert und dazu das am strengsten kontrollierte Lebensmittel überhaupt. Es ist zum Trinken bestens geeignet. Experten empfehlen, den Durst vorwiegend mit frischem Leitungswasser zu stillen. Mittlerweile wird auch Trinkwasser zur cleveren Geschäftsidee: Allerdings wird das gesunde Lebensmittel hier oft durch eine Besondere Behandlung „verschlimmbessert“. Vom einfachen Filtern (Vorsicht vor Keimen!) bis hin zu Apparaten (Vorsicht vor Verschmutzungen!), die das Wasser beleben sollen, reicht das Angebot. Teure Geräte für wenig sinnvollen Effekt. Im Saarland garantieren die Wasserwerke beste Qualität des Trinkwassers bis zu den Hausleitungen. Ab dort kann keine Garantie dafür übernommen werden, welche Qualität die Hauleitungen aufweisen.

Das Angebot an Tafelwasser, Quellwasser oder Mineralwasser reicht vom billigen No-Name-Produkt bis zum teuren Premium-Erzeugnis. 2003 wurden in Deutschland schätzungsweise 129 Liter Mineral- und Heilwasser pro Person getrunken. Meist Wasser ohne oder mit wenig Kohlensäure. Auch werden sogenannte „Wellneswasser“ mit Aromen und Kräuterzusätzen gerne gekauft. Werden dem frischen Nass noch werbewirksam Mineralstoffe, Vitamine und Traubenzucker hinzu gesetzt, lässt sich das Getränk lukrativ als „Sportwasser vermarkten. Dass ein Mineralwasser Mineralien, wie beispielsweise Kalzium, Magnesium und Natrium, liefert sagt schon der Name: Allerdings sind auch mit Zusätzen angereicherte Produkte alleine nicht geeignet, den gesamten bedarf an Mineralien zu decken. Mehr Mineralstoffe werden dem Körper über feste Nahrung oder Frucht- und Gemüsesäfte zugeführt.

Mineralwasser ist nichts anderes als Grundwasser, das im Vergleich zum Leitungswasser mit einer Mindestmenge Mineralstoffen angereichert ist. Es muss "ursprünglich rein", d. h. ohne weitere Aufbereitung trinkbar sein. Viele Mineralien sind für den menschlichen Körper lebensnotwendig, wir müssen sie täglich mit der Nahrung zu uns nehmen. Mit der normalen Mischkost nimmt der gesunde Mensch jedoch soviel auf, dass er auch dann, wenn er nur Leitungswasser trinken würde, niemals einen Mineralstoffmangel erleiden würde. Regelungen für das Mineralwasser sind in der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (MTVO) vom 01.08.1986, die 1990 und zuletzt im Jahr 2000 an die EG-Richtlinien angepasst wurde, verankert. Darin werden alle Anforderungen an das natürliche Mineralwasser aufgeführt:

Quellwasser muss seinen Ursprung in einem unterirdischen Wasservorkommen haben. Es darf nur direkt aus der Quelle abgefüllt werden. Die Qualität muss mindestens der des normalen Trinkwassers entsprechen.

Grenzwerte für Wasser (mg/l)
  Mineralwasser Trinkwasser
Gemäß BGBl I 2004 BGBl I 2001
Aluminium kein Grenzwert 0,2
Antimon 0,005 kein Grenzwert
Amonium kein Grenzwert 0,5
Arsen 0,01 0,05
Barium

1,0

kein Grenzwert

Borat

30

kein Grenzwert

Blei

0,01

kein Grenzwert

Cadmium

0,003

0,005

Chlorid kein Grenzwert 250
Chrom 0,05 kein Grenzwert
Eisen kein Grenzwert 0,2
Fluorid kein Grenzwert 5,0
Kupfer 1,0 kein Grenzwert
Mangan 0,5 0,05
Natrium kein Grenzwert 200
Nickel 0,02 kein Grenzwert
Nitrat 50 50
Nitrit 0,1 kein Grenzwert
Quecksilber 0,001 kein Grenzwert
Selen 0,01 kein Grenzwert
Sulfat kein Grenzwert 240
Tritium Bq/1: 100
Zyanid 0,07 kein Grenzwert
Die eingetragenen Werte für das Mineralwasser sollen bis Januar 2008 umgesetzt werden.

Mineralwasser kann ebenso wie Leitungswasser belastet sein. Durch Schadstoffe aus der Erde, etwa in Form von Kadmium, Quecksilber oder Nitrat, zum anderen durch Umweltverschmutzung. Tests ergaben auch hohe regionale Schwankungen: Manches Leitungswasser ist demzufolge besser als teures aus der Flasche. Über die Qualität vor Ort können Sie sich beim örtlichen Gesundheitsamt oder den Stadtwerken Saarbrücken www.stadtwerke-saarbruecken.de erkundigen.

Folgende Anforderungen müssen erfüllt sein, um als Mineralwasser anerkannt zu werden:

Folgende Anforderungen müssen erfüllt sein, um den Zusatz "geeignet für die Zubereitung von Babynahrung" verwenden zu dürfen:

Nach den Vorschriften muss der Kohlensäuregehalt bei Mineralwasser nicht auf dem Etikett angegeben werden. Natürliches Mineralwasser muss in der Originalflasche serviert werden. Für Tafelwasser gibt es keine besonderen Vorschriften, meist stammt es aus dem Theken-Zapfgerät.

Tafelwasser ist aufbereitetes (künstlich hergestelltes) Trinkwasser, das mit natürlichem Mineralwasser, Salzlösung oder Meerwasser (muss prozentual angegeben werden) vermengt worden ist; meist enthalten sie Kohlensäure. Für die Mischungsverhältnisse gibt es keine gesetzlichen Vorschriften. Tafelwasser muss keine ernährungsphysiologischen Wirkungen nachweisen und bedarf keiner amtlichen Anerkennung. Die Behandlungen und die chemischen Grenzwerte eines Tafelwassers fällt unter der Trinkwasserverordnung, die mikrobiologischen Anforderungen allerdings unter der MTVO (Mineral- und Tafelwasserverordnung). Tafelwasser darf in Container und Tankwagen abgefüllt werden. Wenn ein Tafelwasser mindestens 570 mg Natriumhydrogencarbonat pro Liter und Kohlendioxid (umgangssprachlich Kohlensäure) enthält, kann es als "Sodawasser" bezeichnet werden. Dann darf, muss jedoch nicht, die Verkehrsbezeichnung Tafelwasser durch Sodawasser ersetzt werden.

Seit 1997 sind Geräte auf dem Markt, mit denen auch im Haushalt Tafelwasser hergestellt werden kann. Nach den Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung in Nürnberg findet sich inzwischen in über sieben Millionen Haushalten ein solches Gerät - das sind 22 Prozent und damit etwa jeder fünfte Haushalt in Deutschland.

Vergleich laut Mineral-, Quell- und Tafelwasserverordnung

(Stand 5.12.1990 Neuerungen durch EU-Richtlinien wurden bis 2001 berücksichtigt)

Mineralwasser Quellwasser Tafelwasser Heilwasser
Entstammt einem unterirdischen Wasservorkommen Entstammt einem unterirdischen Wasservorkommen Kann aus Leitungs-, Meer-, Mineralwasser und Sole bestehen Entstammt einem unterirdischen Wasservorkommen
Ursprünglich rein Nein Nein Ursprünglich rein
Besitzt ernährungsphysiologische Wirkung Nein Nein Besitzt lindernde und vorbeugende Wirkung
Amtlich anerkannt Nein Nein Arzneimittelzulassung
Nur am Quellort abgefüllt Nein Nein -
Garantieverschluss Nein Nein -

Angabe von:

Angabe von

Angabe von

Angabe von

Ort der Quellnutzung

Name der Quelle

Analyseauszug

Ggf. enteist oder entschwefelt

Ggf. CO2 Entzug oder Zusatz

Ggf. Fluoridhinweis

Spezielle Behandlung

Hohe Gehalte bestimmter Bestandteile

Ort der Gewinnung

Name der Quelle

Ggf. CO2-Zusatz

Spezielle Behandlung

Ggf. besondere Eignung

Keine geographische Herkunftsangabe, außer Sole

Ggf. Anteile Meerwasser

Ggf. CO2-Zusatz

Ggf. Salzzugabe

Ggf. besondere Eignung

-

Mineralization und Quelltemperatur relativ konstant

nein

nein

 

Hinweise auf eine bestimmte geografische Herkunft sind nicht erlaubt, denn Tafelwasser kann an jedem beliebigen Ort hergestellt und abgefüllt werden.

Heilwasser ist kein Lebensmittel, sondern ein Arzneimittel. Oft unterscheidet es sich allerdings in der Zusammensetzung nicht von der üblicher Mineralwässer. Definition: "Natürliches Heilwasser wird aus einer oder mehreren Heilquellen gewonnen. Es ist aufgrund seiner Beschaffenheit, nach balneologisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen geeignet, der Vorbeugung, Linderung und Heilung von Krankheiten zu dienen. Heilwasser aus Heilquellen ist natürlich rein. Es darf nicht anthropogen verunreinigt sein. Die charakteristischen Merkmale seiner chemischen und physikalischen Beschaffenheit bleiben in Rahmen natürlicher Schwankungen konstant."

Heilwasser gilt als "frei verkäufliche Arzneimittel" bzw. "Fertigarzneimittel". Deswegen ist für es das Arzneimittelgesetz maßgebend. Heilwasser sind teurer als Mineralwasser, weil mittels langwieriger und aufwendiger Prüf- und Genehmigungsverfahren eine Heilwirkung nachgewiesen und bestätigt werden muss.