Alles klar?
Umweltbewusst waschen

Wer heute mit (umwelt)weißer Weste waschen will, sollte auf den Gebrauch eines zeitgemäßen Waschmittels und auf geringen Energieverbrauch achten. Wie das gehen kann verraten Ihnen die Tipps zum umweltbewussten Waschen, die auf dem Ratgeber des Umweltbundesamtes, Fachgebiet "Wasch- und Reinigungsmittel" beruhen.

Gibt es umweltfreundliche Waschmittel?

Nein! Eines muss Ihnen klar sein, Wäschewaschen ist immer auch ein Eingriff in die Natur: Chemikalien geraten ins Abwasser und müssen in Kläranlagen abgebaut werden, sie gelangen in den Boden und müssen biologisch über lange Zeit abgebaut werden. Jedes Waschmittel enthält Stoffe, die biologisch nicht leicht oder nicht vollständig abbaubar sind oder Gewässerorganismen schädigen oder sich in Pflanzen und Böden anreichern. Deswegen ist es wichtig, darauf zu achten, dass beim Waschen die Umweltbelastung möglichst gering gehalten wird. Das Abwasser muss sicher abgeleitet werden. Wichtige Schritte in die richtige Richtung wurden schon getan: Die herkömmlichen Waschmittel mit veralteten Rezepturen, so genannte Jumbos, sind heute kaum noch auf dem Markt. Die Riesenpakete enthalten große Mengen an umweltbelastenden Füllmitteln ohne jede Waschwirkung. Die Waschmittelhersteller betonen gerne, dass die in dem Mittel enthaltenen Tenside biologisch abbaubar sind. Dies ist jedoch gesetzlich vorgeschrieben und keine "freiwillige" Leistung der Hersteller. Werbeaufdrucke wie "biologisch abbaubar" bedeuten also kaum mehr als die Erfüllung einer gesetzlichen Mindestanforderung. Heute werden durchweg nur noch phosphatfreie Waschmittel benutzt.

Die Hitliste der Umweltfreundlichkeit

  1. Waschmittel im Baukastensystem
    Bei sachgemäßer Anwendung entsteht die geringste Umweltbelastung.

  2. Kompakte pulverförmige Colorwaschmittel

  3. Kompakte Vollwaschmittel (Pulver)

  4. Normal konzentrierte Vollwaschmittel (Pulver)

  5. Flüssige Vollwaschmittel

Die Übergänge sind fließend. So erreichen einige der Colorwaschmittel (kompakte Pulver) die relativ geringe Umweltbelastung der Baukastensysteme. Denken Sie immer daran: Weniger Verbrauch und wohl überlegte Verwendung helfen am besten, die Umwelt zu schonen.

Color- und Vollwaschmittel werden als "Super-Konzentrate" angeboten. Diese auch als "Kompakte" bezeichneten Waschmittel sind hoch effektive Zusammensetzungen, die ökologischer dosiert sind gegenüber herkömmlich Waschmitteln. Wer umweltbewusst waschen will, sollte Baukastenwaschmittel verwenden. Sie bestehen aus einem Basiswaschmittel, Enthärter und Bleichmittelkomponenten, die man individuell mischen und je nach Härtegrad des Wassers dosieren kann. Nach einer Studie des Öko-Instituts in Freiburg schneiden aber die Superkompaktwaschmittel - bei denen je ein Mittel für Weißes und Farbiges verwendet wird - ökologisch nur geringfügig schlechter als die Baukastenwaschmittel ab. Durch die sparsamen Kompaktwaschmittel und Waschmittelbaukästen ist heute viel weniger Waschmittel für einen Waschgang nötig. Ob Sie übrigens ein teures Markenwaschmittel oder ein No-Name-Produkt verwenden, ist verhältnismäßig egal. Die Stiftung Warentest hat immer wieder gezeigt, dass die Unterschiede in Waschleistung und Umweltverträglichkeit bei den verschiedenen Mitteln relativ gering sind. Die wegen ihrer 10 kg-Packung auch "Jumbos" genannten Waschmittel sind ökologisch den "Kompakten" unterlegen. Durch die Kompakten im Baukasten- oder Tandemsystem kann der Chemikalieneintrag in Gewässer halbiert werden. Auch werden erheblich weniger Luftschadstoffe frei gesetzt. Verpackungsmaterial wird eingespart. Mit weniger als 5 kg Kompaktwaschmittel lässt sich ebensoviel Wäsche waschen wie mit einer 10 kg "Jumbo-Packung".

Die Ergiebigkeit unterschiedlicher Waschmittel lässt sich leicht vergleichen: Die beim "Messbecher-Symbol" auf den Verpackungen angegebene Zahl entspricht der Anzahl der Waschmaschinenfüllungen, die mit dem betreffenden Waschmittel gewaschen werden können. Der Messbecher entspricht dem Maß für normal verschmutzte Wäsche im mittleren Härtebereich des Wassers von 2.

Was Sie zum umweltfreundlichen Waschen beitragen können

Der Umwelt zuliebe sollten Sie und einen Waschgang nur starten, wenn die Waschmaschine voll ist. Der Waschgang bei 40 oder 60 Grad spart Strom und dabei müssen Sie auf saubere Wäsche nicht verzichten. In einem modernen Waschmittel vernichten die seifenähnlichen Tenside den fettigen Schmutz, Enzyme lösen zum Beispiel Ei-, Schokoladen- und Blutflecke. Die enzymhaltigen Waschmittel entwickeln ihre Wirkung bei 40 bis 60 Grad - der energieintensive 90 Grad-Waschgang ist deswegen heute völlig überholt. Außerdem sollte man der Umwelt zuliebe möglichst auf den elektrischen Wäschetrockner verzichten und auch nur das Nötigste bügeln. Ein umweltbewusster Haushalt kann beim Waschen durchschnittlich rund 50 Euro im Jahr sparen; über die Hälfte der Einsparung betreffen die Stromkosten.

Wer wäscht, nimmt also in jedem Fall eine gewisse Umweltbelastung in Kauf. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, die Umwelt durch das Waschen weniger zu belasten.

Was können Sie als Verbraucher/in tun?

Über den richtigen Umgang mit schmutziger Wäsche...

Füllmenge nutzen

Nutzen Sie die Füllmenge der Waschmaschine maximal aus.

NiedrigeTemperaturen

Waschen Sie leicht verschmutze Wäsche mit niedrigen Temperaturen ohne Vorwaschprogramm.

Vermeiden Sie Kochwaschgänge. Für normal verschmutze Wäsche genügt eine Waschtemperatur von maximal 60°C.

Auf Energielabel achten

Waschmaschinen müssen seit geraumer Zeit mit einem "Energiegütesiegel" ausgezeichnet werden. Achten Sie bei der Neuanschaffung unbedingt darauf!

Die sparsamsten Geräte sind mit einem "A" ausgezeichnet, die verschwenderischsten Geräte tragen den Buchstaben "G".

Flecken sofort entfernen

Einzelne hartnäckige Schmutzflecken mit Gallseife vorbehandeln oder die Wäsche einweichen.

Wasser enthärten

Generell benötigen Sie nur die für den Härtebereich 1 empfohlene Waschmittelmenge. Bei härterem Wasser sollten Sie bei Temperaturen über 60°C einen separaten, phosphatfreien Enthärter dazugeben.

Erfragen Sie die Wasserhärte in ihrem Wohngebiet bei Ihrem Versorgungsunternehmen.

Warmwasseranschluß

Den meisten Strom benötigen Waschmaschinen zum Aufheizen des Wassers. Diesen kann man zum Teil einsparen, wenn man eine Waschmaschine nutzt, die serienmäßig nicht nur einen Kalt- sondern auch einen Warmwasseranschluß hat - und wenn das warme Wasser aus Solaranlagen, aus Fernwärme, aus modernen Gas- oder Ölheizungen oder aus einem geeigneten Gas-Durchlauferhitzer zur Verfügung steht.

Außerdem sollten die Zuleitung kurz und die Rohrisolierung gut sein.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Umweltbundesamtes www.umweltbundesamt.de. Dort klicken Sie auf "Daten und Fakten" und wählen den Begriff "Wasch- und Reinigungsmittel" aus. Auch können Sie den Ratgeber "Waschen und Umwelt" bei www.verbraucher.de, der Internetadresse der Verbraucherzentrale bestellen. Dort gibt es auch Ratgeber zu vielen anderen Bereichen Ihres täglichen Lebens.