Leihen - Teilen - Tauschen


Leihen und Teilen bringt viele Vorteile


In unsere Konsumgesellschaft schaffen sich viele Leute Sachen an, die Sie nur selten oder sogar nur einmalig benötigen. Unsere Keller und Schränke sind vollgestopft mit Dingen, die wir nicht mehr oder nur ausnahmsweise benötigen. Viele Saarbrückerinnen und Saarbrücker helfen sich schon heute gegenseitig, indem sie sich z. B. Werkzeug, Haushalts- oder Gartengeräte leihen, sich eine Zeitung oder sogar ein Auto teilen. Oder teilen Sie doch mit anderen Klausuren, Referate oder Hausaufgaben.

Sie haben gute Gründe dafür, denn dadurch können sie Geld sparen, Platzprobleme verringern, soziale Kontakte pflegen - und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun.

Für die Tausch- und Leihgeschäfte sollte allerdings kein Auto nötig sein, denn schon bei Entfernungen von wenigen Kilometern werden die Vorteile für die Umwelt von den Nachteilen überdeckt. Aber in Ihrer Nachbarschaft gibt es bestimmt jede Menge Heimwerker, Gärtner und Bücherfreunde, mit denen Sie sich gewiss gut austauschen könnten. Nur Mut, packen Sie’s an. Es geht um die Zukunft unserer Gesellschaft. Was wir heute einsparen, steht morgen der nächsten Generation noch zur Verfügung, entlastet unseren Geldbeutel und schont die Umwelt.


Was Sie beachten sollten, wenn Sie kleine und große Gegenstände gemeinsam nutzen.


Wie können Sie Schwierigkeiten vermeiden?


Bücher oder CDs hat wohl fast jede/r schon einmal entliehen und verliehen und damit gute Erfahrungen gemacht. Wenn es aber um größere Dinge oder um ein regelmäßiges Leihverhältnis geht, lohnt es, schon im Vorwege über einige Punkte wie Sorgfaltspflicht, Sauberkeit und Leihdauer zu sprechen. Auch über möglicherweise anstehende Kosten für Betriebsstoffe, Verschleißteile, Abnutzung oder Reparaturen sollte von vornherein Klarheit bestehen, um spätere Streitigkeiten auszuschließen.

Meist genügt die mündliche Absprache, aber vielleicht möchten Sie auch einen kleinen schriftlichen Vertrag abschließen.


Einige Worte zu den Vertragsvorlagen


Vertrauen ist gut, Kontrolle und klare vertragliche Regelungen sind oft besser. Sollten Sie also in größerem Umfang und mit vielen Leuten Teilen und Tauschen, empfiehlt sich schon eine schriftliche Festlegung der Teilungs- und Leihbedingungen. Wir haben für Sie je eine Kopiervorlage eines Vertragsentwurfs zum Leihen und eine zum Teilen abgedruckt.


Leihvertrag


zwischen ...........................................(Verleiher/in) und ............................................................(Entleiher/in)

über die Ausleihe von (Gegenstand, Typ) .............................................................

Das Leihverhältnis beginnt ............................. und endet .....................................

Die Kosten für Betriebsstoffe (wie Wasser und Strom) und Abnutzung betragen etwa .................... und sind von dem / der Entleiher/in zu tragen.

Für (stark) gebrauchte Verschleißteile

(Art: ......................................................)

wird von dem / der Entleiher/in Ersatz gestellt.

wird von dem / der Entleiher/in der Neupreis (ca. .......................................................) erstattet.

Der / die Verleiher/in verpflichtet sich, dem / der Entleiher/in den Gegenstand in funktionstüchtigem Zustand zu überlassen und den / die Entleiher/in in die Bedienung einzuweisen.

Der / die Entleiher/in verpflichtet sich, den Gegenstand pfleglich zu behandeln und Funktionsstörungen unverzüglich mitzuteilen.

Reparaturkosten, die auf Abnutzung des Gegenstandes durch sachgemäßen Gebrauch zurückzuführen sind, trägt der / die Verleiher/in. Reparaturkosten, die auf unsachgemäßen Gebrauch (Fehlbedienung, fahrlässige oder vorsätzliche Beschädigung) zurückzuführen sind, gehen zu Lasten des / der Entleihers / Entleiherin.

Eine Überlassung an dritte Personen ist - nicht - gestattet.

Der Gegenstand wird (Ort)




............................................ übergeben.



Saarbrücken, den........... ..........................



.......................................................................................................

Entleiher/in Verleiher/in


Vertrag über das Teilen


von (Gegenstand, Typ) .....................................................................................................................................

zwischen Teilhaber/in 1: ...................................................................................................................................

Teilhaber/in 2: ...................................................................................................................................................

Teilhaber/in 3: ...................................................................................................................................................

Die oben genannten Teilhaber/innen haben oben genannten Gegenstand gemeinsam angeschafft und sich mit folgenden Beträgen an den Kosten beteiligt: 1: ..................,- DM, 2: .................,- DM, 3: ................,- DM

Der Kaufvertrag wurde von Teilhaber/in 1 geschlossen. Er / sie nimmt Kaufvertrag und Garantieerklärung in Verwahrung.

? Der Gegenstand hat seinen festen Standort (wo?) .....................................................................................

? und kann von dort abgeholt werden. ? und kann dort genutzt werden.

? Der Gegenstand wird jeweils für einen Zeitraum von ........................................ bei den verschiedenen
Teilhaber/innen postiert und darf in dieser Zeit bevorzugt hier benutzt werden.

? Das Nutzungsrecht hat der / die Teilhaber/in, der / die sich für die Nutzung zum gewünschten Zeitraum
zuerst angemeldet hat. Der Nutzungszeitraum pro Anwendung beträgt ohne Absprache maximal ........................ Stunden / Tage. Verantwortlich für die Verwaltung der Nutzungszeiten ist:

(Name) ...............................................................................................................................................................

Die Teilhaber/innen verpflichten sich, den Gegenstand in funktionstüchtigen, voll befüllten und sauberen Zustand zu übergeben, den Gegenstand pfleglich zu behandeln und Funktionsstörungen den anderen Teilhaber/innen unverzüglich mitzuteilen.

Die Kosten für die Betriebsstoffe (wie Wasser, Strom, Benzin) sind von dem / der jeweiligen Nutzer/in zu tragen.

Verschleißteile (wie Bohrer, Schleifpapier) kauft sich jede/r Teilhaber/in selbst.

Reparaturkosten, die auf Abnutzung des Gegenstandes durch sachgemäßen Gebrauch zurückzuführen sind, tragen die Teilhaber/innen gemeinsam. Reparaturkosten, die auf unsachgemäßen Gebrauch (Fehlbedienung, fahrlässige oder vorsätzliche Beschädigung) zurückzuführen sind, gehen zu Lasten des Teilhabers /der Teilhaberin, der/die den Gegenstand zuletzt in Gebrauch hatte. Auch andere nötige Reparaturen werden von dieser Person veranlasst.

Eine Überlassung an dritte Personen ist - nicht - gestattet.

Auflösung des Vertrages:

Wenn ein/e Teilhaber/in aus dem Vertrag aussteigen möchte, können die verbliebenen Partner/innen ihn / sie auszahlen. Der Wertverlust wird mit ................... % des Neupreises pro Jahr zum Anfang des Jahres angesetzt. Soll dies nicht geschehen, wird der Gegenstand zum Höchstpreis verkauft (evtl. an eine/n der Teilhaber/innen), der Erlös an die Teilhaber/innen aufgeteilt.



Saarbrücken, den........................................



.............................................................................................................................

Teilhaber/innen)


Die Vorlagen können natürlich nicht alle Eventualitäten berücksichtigen, decken aber die meisten Problem-Fälle ab. Sie können sie natürlich auch einfach als Checkliste für eine mündliche Absprache benutzen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß und gute Erfahrungen bei Ihren Leih- und Tauschgeschäften!

Denken Sie daran: Umweltschutz fängt immer bei mir an. Die Zukunft der Kinder liegt in unseren Händen.


Was ist ein Tauschring?


Ein Tauschring ist eine Organisation, die es ermöglicht, dass Sie mit vielen Menschen untereinander Ihre Arbeitskraft tauschen, ohne diese mit Geld bezahlen zu müssen. Statt dessen wird beim Tauschring die geleistete Arbeit auf einem Zeitkonto gutgeschrieben. Es kann also auch indirekt getauscht werden.


Dazu ein Beispiel:

Anton liebt es, in seiner Freizeit zu kochen. Er bekocht Sabine einmal in der Woche und bekommt dafür jeweils zwei Stunden von ihr gutgeschrieben. Sabine ist Programmiererin und schreibt für Konrad, der eine Tischlerei betreibt, ein Computerprogramm für seinen Betrieb und bekommt die entsprechende Arbeitszeit gutgeschrieben. Und Konrad wiederum arbeitet gerade an einem Schrank für Anton. Anton bezahlt also seinen neuen Schrank nicht mit Geld, sondern indem er z.B. für Sabine kocht.


Warum mitmachen?


Der Tauschring ermöglicht Ihnen, Arbeiten und Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen, ohne dafür Geld bezahlen zu müssen. Sie haben die Möglichkeit, sich Arbeiten, die ihnen keinen Spaß machen, von Anderen abnehmen zu lassen, die mehr Spaß daran haben. So lernen Sie andere Menschen kennen und entdecken neue Möglichkeiten. Und außerdem ist es einfach eine gute Sache, denn der Tauschring ist ein erster Schritt für eine neue, menschlichere Wirtschaftsweise.


Wie funktioniert das?


Die Mitglieder können ihre Angebote und Gesuche in einem Tauschring-Info veröffentlichen. Besteht Interesse an einem Tauschgeschäft, verabreden sich die Tauschpartner zum Beispiel telefonisch. Die geleistete Arbeitszeit wird dann auf den Konten der Tauschpartner verbucht. Das Guthaben kann nicht in Geld umgetauscht werden.


Wie können Sie mitmachen?


Sie haben Interesse daran, einen Tauschring zu nutzen oder sogar einen zu gründen? Informationen dazu finden Sie reichhaltig unter der Internetadresse www.tauschring.de. Der Tauschring Soest funktioniert beispielsweise folgendermaßen:

Da es sich beim Tauschring um ein System handelt, das auf das gegenseitige Vertrauen der Teilnehmenden zueinander basiert, sind Abstimmungen, die auf Kosten einer Minderheit gehen, zu vermeiden. Erstrebenswert sind Arbeitsgruppen, die spezielle Aufgaben übernehmen, wie z.B. Vorbereitung der Tauschring-Abende, Informationsvermittlung, Weiterentwicklung der Tauschring-Idee, Veranstaltungen und so weiter. Mitglied kann jeder werden, der die gemeinsam vereinbarten Teilnahmebedingungen anerkennt. Neben einzelnen Personen (Einzelmitgliedschaft) können auch Familien und andere Personen als ein Mitglied am Tauschring teilnehmen (Familien- oder Gruppenmitgliedschaft). Alle Entscheidungen werden auf dem regelmäßig stattfindenden Tauschring-Rat im Einvernehmen mit allen Anwesenden gemeinsam getroffen. Jedes Mitglied kann (sollte) an dem Tauschring-Rat teilnehmen.


Verrechnungseinheit


Die Einheit zur Verrechnung der Tauschvorgänge soll sich an die für die Arbeit jeweils benötigte Zeit anlehnen. Das soll gewährleisten, dass die Bewertung der Arbeit nicht nach geldwirtschaftlichen/gewinn-orientierten Maßstäben geschieht. Eine Stunde Arbeit soll immer als eine Stunde Zeit verrechnet werden. Die Verrechnungseinheit für die verbrauchte Zeit nennt sich "Talent", wobei ein Talent einer Viertelstunde entspricht, d.h. eine Stunde = 4 Talente.

Die Teilnehmer tauschen in Form von Talenten direkt ihre Zeit untereinander aus. Handelt es sich nicht um Dienstleistungen, sondern um gebrauchte oder verarbeitete Waren, dann müssen sich die Tauschpartner über folgende Frage einigen: "Wieviel Zeit (bzw. Arbeit, die dafür geleistet wird) ist mir diese Ware wert?"

Talente sind nicht in DM tauschbar. Bei einer Dienstleistung entstehende Materialkosten können in DM erstattet werden (z. B. beim Sockenstricken z.B. die dafür benötigte Wolle). Diese Mischkalkulationen sollen allerdings nur die tatsächlich entstandenen Materialkosten in DM berechnen. Ziel soll es sein, möglichst viel in Talenten zu tauschen.


Konten


Jedes Mitglied hat ein eigenes Kontoheft. In diesem wird jeder Tauschvorgang direkt eingetragen und von den Tauschpartnern jeweils gegenseitig unterschrieben. Für jeden Monat ist im Kontoheft ein Blatt vorgesehen, auf dem schon die monatliche Talentgebühr eingetragen ist. Jeden Monat muss das für den vergangenen Monat gedachte Blatt aus dem Kontoheft herausgetrennt und der Tauschringzentrale übergeben werden, damit der jeweils aktuelle Kontostand von jedem Mitglied zentral verbucht werden kann, um die Vorgänge für alle transparent (d.h. für alle Teilnehmer einsehbar) zu halten.

Wer an einem Treffen nicht teilnehmen kann, muss seinen Kontostand auf anderem Wege der Tauschringzentrale bekannt geben. Die Höchstgrenze für Soll (-) und Haben (+) liegt bei 100 Talenten (= 25 Stunden). Das System funktioniert nur, wenn sich alle gegenseitig wieder die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen, indem jeder Teilnehmer anstrebt sein Konto auszugleichen. Über Ausnahmen kann in dem Tauschring-Rat entschieden werden.


Gebühren


Unterschieden wird zwischen den Materialgebühren (in DM) einerseits und andererseits den Gebühren (in Talenten), die den anfallenden Arbeitsaufwand zur Organisation des Tauschrings decken. Dabei wird versucht, den Materialkostenaufwand so gering wie möglich zu halten, damit finanzielle Gründe keine Hürde zur Teilnahme am Tauschring darstellen. Die endgültigen Gebühren lassen sich realistisch erst festlegen, nachdem die ersten Erfahrungswerte über den tatsächlichen Aufwand vorliegen. Bis dahin gilt folgende Regelung (stellt sich heraus, dass diese nicht mit dem tatsächlichen Aufwand übereinstimmen, so findet ein nachträglicher Ausgleich statt.):

Eintrittsbeitrag:

für jedes Einzelmitglied 20 DM

bei einer Gruppenmitgliedschaft 20 DM + 5 DM für jede teilnehmende Person der Gruppenmitgliedschaft

Monatlicher Beitrag:

pro teilnehmender Person 1 Talent


Haftung


Das auf den Konten verbuchten Soll- und Haben stellt eine Verpflichtung und ein Guthaben dar. Sollstände sind ein Versprechen auf Gegenleistung ohne rechtliche Verpflichtungen. Gegenleistungen für Habenstände können rechtlich nicht eingefordert werden. Der Tauschring arbeitet ausschließlich als Informationsbüro und garantiert nicht für Wert und Qualität der getauschten Waren und Dienstleistungen. Die Verantwortlichkeit für den Tausch (Aushandeln des Tauschpreises, evtl. Konsequenzen) liegt bei den Tauschpartnern selbst.

Teilnehmer können jederzeit aus dem Tauschring austreten, wenn sie ihr Konto auf Null gebracht haben. Falls dies nicht durch Austausch von Leistungen möglich ist, können eigene Guthaben auf andere übertragen werden bzw. Schulden von anderen übernommen werden. Die Regelung dieser Übernahme ist Privatsache des Betreffenden.