Nachhaltiger Konsum –Modetrend oder dauerhafte Notwendigkeit?

Was jeder tun kann, wenn er umweltschonend konsumieren will


Wer will schon groß über sich und seinen Umgang mit der Umwelt -den Menschen und der Natur- kritisch nachdenken? Ist nicht alles schon schwer genug? Und Zeit ist sowieso ein rares Gut? Ja! Kritisch mit unserem Konsumverhalten umzugehen bedeutet, über die Herstellung, den Verbrauch und die Entsorgung unserer Konsumgüter nachzudenken. Bedeutet, mehr darüber zu wissen, wie die „Umweltbilanz“, also der Aufwand an natürlichen und sozialen Ressourcen, bei dem einzelnen Produkt, das ich kaufe, das ich verbrauche und dessen Reste ich entsorge, sich im einzelnen darstellt.


Was bedeutet eigentlich der etwas unkonkrete, aber sehr in Mode gekommene Ausdruck "nachhaltig" bezogen auf Konsum und Konsumenten? Welche Dimensionen der Nachhaltigkeit können überhaupt ein Rolle spielen? Wie können Ökologie, Soziales und Ökonomie in Verbindung mit Konsum nachhaltig gestaltet werden? Nutzen statt besitzen ist ein Schlagwort des Nachhaltigen Konsums.1 Beim Car-Sharing beispielsweise werden Autos für mehrere Nutzer zur Verfügung gestellt. So soll der Wagen möglichst ohne lange Vorbuchung zur Verfügung stehen, der spontane Ausflug ins Grüne immer möglich sein. Sie brauchen kein Kapital einzubringen, hohe Betriebskosten werden anteilig übernommen, die Blechlawine wird etwas kleiner. Ob das Mietermobil eine Einstiegsdroge für den Kauf eines eigenen Autos ist oder vielmehr die Ausstiegsdroge für diejenigen, die selten Auto fahren und daher gern vom teuren eigenen Wagen auf das Mietermobil umsteigen, bei dem sie nur bezahlen, was sie wirklich gefahren sind, sich aber um Werkstatt, Ölwechsel und Betriebscheck nicht kümmern müssen, bleibt ungewiss. Dennoch, Sie tragen durch Ihr Konsumverhalten entscheidend dazu bei, ob sich Produktion; Verbrauch und Entsorgung nachhaltig verbessern. Das heißt: Sichten Sie kritisch bei wem Sie was kaufen und achten Sie auf folgende Kennzeichen eines nachhaltigen Einzelhandels. Ein nachhaltiger Einzelhandel



Die Idee davon, „eine Gegenwart zu haben, die ihre Zukunft enthält” hat viele Menschen in letzter Zeit immer wieder beschäftigt. Bertolt Brecht hat Recht, wenn er uns auffordert, nicht von der guten alten Zeit auszugehen, sondern von der schlechten neuen Zeit. Denn wir müssen in einer Gegenwart leben, die nichts Gutes für unsere Zukunft zu enthalten scheint! Zweifellos fordert diese Idee uns dazu auf, eine Wahl zu treffen. Und diese Wahl ist nicht bequem und leicht zu haben. Glückliche Zufälle werden uns bei der Lösung der großen Zukunftsängste nicht helfen. Niemand entlässt uns aus der Verantwortung. Sie sind aufgefordert, sich nachhaltig mit Ihrem Konsumverhalten zu beschäftigen. Überlegen Sie, was Sie lassen und prüfen Sie, was Sie tun können, damit unsere Gesellschaft eine Zukunft hat.


Denn eins ist jedoch bei allen Diskussionen um den richtigen Weg in eine bessere Zukunft klar: Sie als Konsument entscheiden, egal ob bei Mietmobil, Mehrwegflasche oder Fernreise. Sie entscheidet darüber, ob es stets eine neue Plastiktüte sein muss, in der Ihre neuste Anschaffung eingepackt werden muss. Sie wählen zwischen dem aufwändig verpackten oder dem umweltfreundlich mit einer mehrfach nutzbaren Umhüllung versehenen Produkt.


1 Es gibt einen E-Mail-Infodienst „Konsum mit Zukunft“ (e-mail: bfubev@t-online.de ). Er ist Teil des Projektes des Bundesverbandes für Umweltberatung e.V. „Neue Konsumleitbilder und nachhaltige Produkte“. www.umweltberatung.org